Jugendstück "Tschick" in Gebärdensprache

Die Vorstellung am 8. November in der Casa des Schauspiel Essen wird für Gehörlose übersetzt.

Essen. Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Jugendbüchern: 2010 veröffentlicht wurde der Text noch im selben Jahr mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet; 2011 und 2012 kamen dann noch der Clemens-Brentano-Preis sowie der Hans-Fallada-Preis hinzu. Schnell wurde die Geschichte auch fürs Theater entdeckt: Zahlreiche Inszenierungen kamen an deutschen Bühnen heraus. Und auch das Kino entdeckte „Tschick“ für sich: 2016 feierte Fatih Akin mit seiner Verfilmung einen Riesenerfolg.
Am Schauspiel Essen ist die „Tschick“-Adaption von polasek&grau (Inszenierung: Jana Milena Polasek, Bühne: Stefanie Grau) seit 2013 ein Dauerbrenner. Damit auch Gehörlose diese spannende Inszenierung erleben können, wird die Vorstellung am Mittwoch, dem 8. November ab 19 Uhr in der Casa des Schauspiel Essen in Gebärdensprache übersetzt.

Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Jugendliche, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Da ist zum einen Maik, der aus bürgerlichen Verhältnissen stammt, aber aufgrund der kriselnden Ehe seiner Eltern wohl eher als wohlstandsverwahrlost bezeichnet werden kann. Von seinen Klassenkameraden wird er auch nur ansatzweise wahrgenommen – wenn man mal davon absieht, dass sie ihm irgendwann den unrühmlichen Spitznamen „Psycho” verliehen haben. Doch als eines Tages Tschick, der lässige Assi aus Russland, der kaputte Klamotten trägt und im Unterricht schon mal betrunken vom Stuhl fällt, neu in die Klasse kommt, verändert sich auch für Maik so einiges. Da beide Jungs von Schulschönheit Tatjana nicht zu deren Geburtstag eingeladen wird, beschließen sie, die Sommerferien nicht untätig zu verdaddeln, sondern gemeinsam Tschicks Verwandte zu besuchen: ein geklauter schrottreifer Lada, 200 Euro, keine Handys, keine Landkarte und ab in die Walachei. Offroad. Gewitter über dem Weizenfeld. Plötzlich riecht alles nach Abenteuer und die Freiheit scheint grenzenlos …
Es spielen Alexey Ekimov, Tobias Roth und Silvia Weiskopf.
Die Einführung ab 18:30 Uhr im Casa-Foyer wird ebenfalls in Gebärdensprache übersetzt.
Eintritt: ¤ 17,00 (Eine Ermäßigung wird bei Vorlage des entsprechenden Ausweises gewährt.)
Einzelkartenvorverkauf: FAX 02 01 81 22-201 | T 02 01 81 22-200 | tickets@theater-essen.de
(Wer Plätze in der Nähe des Gebärdensprachdolmetschers erwerben möchte, gibt bei der Reservierung bitte das Stichwort „Gebärdensprache“ an.)
Die gebärdengedolmetschten Vorstellungen werden vom Schauspiel Essen in Kooperation mit dem Diakoniewerk Essen ermöglicht und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

 
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